Erntedankfest
Das Erntedankfest schließt sich in westlichen Kulturen direkt an die herbstliche Ernte an, um Gott für deren Erträge zu danken. Das Erntedankfest unterliegt nicht zwangsläufig einem festen Datum, obwohl sich in vielen Gemeinden der erste Sonntag im Oktober eingebürgert hat. Ein festes Datum in dem Sinne ist dennoch nicht vorgegeben, weil je nach Region und Klimazone die Ernte zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet. So kann das Erntedankfest von jeder Gemeinde individuell festgelegt werden.
Evangelische Christen feiern das Erntedankfest oft am 29. September, dem Michaelistag, oder einem Sonntag, der dem Michaelistag am nächsten liegt. Viele Gemeinden legen das Fest auf den ersten Oktobersonntag.
Anlässlich des Erntedankfestes werden in den Kirchen die Altäre mit Früchten, Gemüse, Blumen, Kräutern, Getreide und anderen Schätzen der Natur festlich geschmückt. Hierbei werden alle Gemeindemitglieder dazu angehalten, zum Ausschmücken des Altars etwas beizusteuern. Wer weder Felder noch Garten besitzt, der sammelt, was die Natur im Herbst zu bieten hat, zum Beispiel Kastanien, Zapfen und andere Dekomaterialien. Nach dem Gottesdienst, in dessen Verlauf häufig ein Abendmahl stattfindet, dürfen alle Anwesenden etwas vom Altar mit nach Hause nehmen.
Außer in europäischen Ländern wird ein dem Erntedankfest ähnliches Fest auch in Kanada und in den USA gefeiert, dort bekannt unter dem Namen Thanksgiving. Das kanadische Thanksgiving findet nicht an einem Sonntag statt, sondern jeweils am zweiten Montag im Oktober. Es hat wie in Europa einen religiösen Hintergrund. Anders in Amerika, hier basiert das Thanksgiving nicht auf christlichen Ansätzen. Es findet auch später statt, jeden vierten Donnerstag im November. Dabei wird traditionell ein Truthahn zubereitet.