Osterreiten - Herkunft, Brauch

Das Osterreiten hat eine lange Tradition und geht ursprünglich auf heidnische Bräuche zurück. Damals ritten slawischen Bauern um ihre Felder. Durch den Ritt sollten zu Beginn des Frühjahrs die bösen Geister des Winters vertrieben werden. Gleichzeitig baten die Bauern für die kommende Saison um eine gute Ernte. Nachdem eine Christianisierung der Elbslawen stattfand, ging dieser ursprüngliche Brauch zum größten Teil verloren, lediglich in Ostro reiten die Männer vor der eigentlichen Prozession um ihre Felder. Das Osterreiten findet nur in bestimmten Gemeinden der Oberlausitz, Niederlausitz und Ostritz statt.

Zum Osterreiten werden die Pferde festlich hergerichtet. Das heute übliche Osterreiten hat den Sinn, dem auferstandenen Jesus Christus Ehre zu erweisen. Daneben hat natürlich immer noch der Wunsch der Bauern nach einem guten Erntejahr eine Verbindung mit dem traditionellen Osterreiten. Die Reiter legen bestimmte Strecken zurück, während denen die insgesamt sechs Prozessionspaare sich nicht kreuzen dürfen. Auf diesen Strecken werden so viele Gemeinden wie möglich besucht, in denen die Reiter die frohe Botschaft verkünden, dass der Herr Jesus Christus auferstanden ist. Diese Verkündung erfolgt durch das Singen von Kirchenliedern und durch Gebete. Auch auf der Strecke zwischen den einzelnen Gemeinden wird gebetet und gesungen.

Vor dem Ritt findet ein Gottesdienst in der Startgemeinde statt, nach dem von den Reitern die Kirche umrundet wird und der Pfarrer ihnen einen Segen erteilt. In der Zielgemeinde angekommen, erhalten die Reiter neben einer stärkenden Mahlzeit ebenfalls einen Segen für den Heimritt. Vorher beten Gemeinde und Reiter vor dem örtlichen Friedhof.

Die besuchten Zielgemeinden müssen nun ihrerseits der Gemeinde, aus der die Reiter gekommen sind, einen Gegenbesuch erstatten. Dies gilt aber nur für vier der insgesamt sechs Prozessionspaare. Dies sind Crostwitz-Panschwitz-Kuckau, Ralbitz-Wittichenau, Nebelschütz-Ostro und Radibor-Storcha. Die beiden Paare, bei denen kein Gegenbesuch stattfindet, sind Zerkwitz-Klein Radden sowie Bautzen-Radibor.