Reformationstag
Der Reformationstag geht auf die Reformation der evangelischen Kirche durch Martin Luther zurück und wird am 31. Oktober gefeiert. Allerdings ist der Reformationstag nicht in allen deutschen Bundesländern als gesetzlicher Feiertag deklariert. Während in Baden-Württemberg lediglich die Schüler vom Unterricht freigestellt sind, ist in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg der Reformationstag für alle ein Feiertag. Da das Bundesland Niedersachsen einen beträchtlichen Anteil evangelischer Christen hat, dürfen hier die Schüler eine Befreiung vom Unterricht für die Dauer eines Gottesdienstes beantragen.
Zeitgleich mit dem Reformationstag wird auch in Deutschland zunehmend das Fest Halloween begangen. Dieser Trend, der von den USA immer mehr nach Europa wandert, beruht in seiner Ursprungsform eigentlich auf den keltischen Kulturen, die diesen Feiertag als „All Hallows Eve“ begangen haben. Dieser einstmals christliche Feiertag hat in der Übersetzung die Bedeutung „Aller Heiligen Abend“. Keltische Nachfahren Schottlands und Irlands brachten diesen Feiertag in die USA. Sinn und Zweck des Festes, welches auch nach dem Namen des Totengottes Samhain benannt ist, war die Ehrung des Herrschers über das Totenreich sowie des Sonnengottes. Das Fest Samhain läutete gleichzeitig das neue Jahr ein, welches am 01. November begann.
Der keltische Glaube gesagt, dass an den beiden Tagen des Jahreswechsels, also am 31. Oktober sowie am 01. November, die Seelen der Toten auf der Erde zugegen sind. Um den ruhelosen Seelen Frieden zu schenken wurden große Feuer entfacht und Opfergaben erbracht. Gleichzeitig wurden die Seelen der Toten mit dem Bereitstellen von Nahrungsmitteln sowie mit dem Verkleiden als Geister in Empfang genommen, um sie danach in das Totenreich zu überführen. Diese Verkleiden und das Bereitstellen von Nahrungsmitteln findet heute noch in abgewandelter Form statt, wenn die Kinder als Geister, Kürbisse oder Henker verkleidet von Haus zu Haus ziehen und „Süßes oder Saures“ einfordern. Wer den Kindern nichts Süßes gibt, muss damit rechnen, einen Streich gespielt zu bekommen. In Anlehnung an amerikanische Bräuche werden auch hierzulande immer mehr Halloween-Partys veranstaltet, zu deren Anlass die Wohnung gruselig dekoriert wird und furchteinflößende Speisen und Getränke wie Blutbowle, Madensalat und Fingerwürste serviert werden.
Untrennbar mit Halloween verbunden sind darüber hinaus ausgehöhlte Kürbisse, die von innen beleuchtet vor Hauseingängen und in den Fenstern leuchten. Diese beleuchteten Kürbisse gehen auf eine Legende um einen Iren namens Jack zurück, der dem Teufel einen Streich spielte, bei dem er von diesem verlangte, niemals seine Seele einzufordern. Als Jacks Todestag gekommen war und diesem an der Himmelspforte der Einlass versagt wurde, hielt der Teufel sich an dieses Versprechen und wies ihn ab, warf ihm aber aufgrund der Dunkelheit und Kälte ein Stück glühende Kohle hinterher. Dieses Stück Kohle steckte Jack in eine ausgehöhlte Rübe, deren Inhalt er zuvor gegessen hatte. Somit erhielt er wenigstens Wärme und Licht und wandert seitdem ohne Aussicht auf seine letzte Ruhe auf der Erde herum.